Wissenswertes

Einwohner:4979 (am 20.2.2013)
Fläche:11,84 km²
Gewerbe und Industrie:cirka 130 Gewerbebetriebe, vorwiegend Klein- und Mittelbetriebe
Landwirtschaft:cirka 40 landwirtschaftliche Betriebe, davon cirka 20 im Vollerwerb geführt
Vereine:Rund 60 Vereine bereichern das gesellschaftliche Leben von Ottensheim in den Bereichen Kultur, Sport, Musik, Natur u.v.a.m
Gemeinderat:25 Gemeinderatsmitglieder, 10 ÖVP, 8 Bürgerliste pro O., 4 SPÖ, 3 FPÖ
Ortsgeschichte:

Ottensheim verdankt seine Entstehung offenkundig der günstigen Lage an den Wasserwegen Donau und Rodl sowie den hier von Norden nach Süden verlaufenden Handelsrouten. Bodenfunde aus der Jungsteinzeit um etwa 4000 v. Chr. und ein Gräberfeld aus der Hallstattzeit, das auf 700 v. Chr. datiert wird, belegen die lange Siedlungstradtion in der Region.
Die Rechte über den Fährverkehr an der Donaufurt, die schon seit frühester Zeit benützt worden sein dürfte, teilte sich Ottensheim zumindest seit dem 12. Jahrhundert mit dem gegenüberliegenden Wilhering. Nachdem bis weit ins 19. Jahrhundert Personen und Güter mit den Zillen und Plätten der "Förgen" übergesetzt wurden, übernahm ab dem Jahr 1871 schließlich eine Drahtseilfähre die Arbeit der Schiffsleute.
Die erste urkundliche Erwähnung von Ottensheim fällt in das Jahr 1148, als Teile des Ortes als Schenkung und Stiftung an die Klöster Niederaltaich (Bayern) und Wilhering in Erscheinung treten. Lange Zeit blieb die Schreibweise des Namens uneinheitlich, so existieren verschiedene Varianten von "Odempsheim", "Utemsheim" über "Otinsheim" und "Ottonßheimb". Als Namensgeber könnte der Stammvater eines - allerdings nicht weiter belegten - frühmittelalterlichen Rittergeschlechts (Otini, Otwini bzw. Otuni) fungiert haben.
Eine weitaus prägnantere Ableitung des Ortsnamens findet sich hingegen in der "Kindlhaus-Sage", die sich schon im 17. Jahrhundert nachweisen läßt: Dieser Legende nach verdankt Ottensheim seinen Namen der hier erfolgten Geburt Kaiser Ottos IV. im Jahr 1208. Daß die historischen Fakten die Geschichte eindeutig widerlegen, hat ihrer Beliebtheit und ihrer Darstellung an der Fassade des Hauses, in dem Kaiser Otto angeblich das Licht der Welt erblickt hat, nie geschadet.
Mit der Verleihung von Maut- und Zollfreiheiten durch den Babenbergerherzog Leopold VI. im Jahr 1228 erhielt Ottensheim die selben Privilegien wie zuvor die Städte Linz und Enns. Gleichzeitig wurden in der Urkunde auch seine Marktrechte bestätigt, was Ottensheim in den Rang des ältesten Marktes im Mühlviertel erhebt. Sein prächtiges Marktwappen aus dem Jahr 1533 geht auf eine Initiative des damaligen Ottensheimer Schloßherrn Niklas Rabenhaupt von Suche zurück, der im Namen der Marktbewohner bei König Ferdinand ein diesbezügliches Ansuchen gestellt hatte.
Rabenhaupt, der für seine treuen Dienste vom König erst wenige Jahre zuvor (1527) mit der Herrschaft Ottensheim bedacht worden war, brachte dafür aus dem Wappen seiner böhmischen Familie die Farben des Hintergrundes (blau und schwarz) ein, während die beiden goldenen Hirschstangen mit je sechs Enden aus dem Wappen der Herren von Wilhering-Waxenberg stammten, die im Hochmittelalter Besitzer von Ottensheim gewesen waren.
Das 16. Jahrhundert, das in Österreich durch die Konfrontation zwischen Protestanten und Katholiken gekennzeichnet war, bescherte Ottensheim recht unruhige Zeiten, zählten doch seine Schloßherren (wie etwa die Familie Jörger) zu den Führern der lutheranischen Ständebewegung, die sich gleichermaßen gegen Kaiser und katholische Kirche richtete. Ständige Auseinandersetzungen zwischen Ottensheim und dem an der Donau gegenüberliegenden Zisterzienserstift von Wilhering waren damit vorprogrammiert. Während zuvor nur selten einmal eine Ritterfehde zwischen oberösterreichischen und böhmische Herren den Ort in Mitleidenschaft gezogen hatte (1351 und 1477/78), gehörten ab dem 30-Jährigen Krieg im 17. Jahrhundert kriegsbedingte Plünderungen, Einquartierungen und Lazarette zur ständigen Geschichte von Ottensheim.
Im Oberösterreichischen Bauernkrieg 1625/26 sammelte etwa Christof Zeller hier sein Lager für den Sturm auf Linz, bei dem er gemeinsam mit Stefan Fadinger den Tod fand. Der Österreichischen Erbfolgekrieg (bedingt durch die Nichtanerkennung der österreichischen Thronerbin Maria Theresia durch die europäischen Mächte) bescherte Ottensheim 1742 plündernde bayrische Soldaten und ein Spital für verwundete Franzosen und Bayern. An die Verstorbenen erinnert heute noch das "Franzosenkreuz" an der Rodl. Im Zeitalter der Napoleonischen Kriege, als Österreich in den Jahren 1800 und 1805 von den französischen Armeen überrannt wurde, stellte Ottensheim erneut seine Kapazitäten für die Unterbringung und Verproviantierung von Heeresverbänden zur Verfügung.
Lazarettort war Ottensheim auch wieder in den Jahren 1916/17 während des ersten Weltkrieges. Neben den Auswirkungen der wechselvollen militärischen Vergangenheit des Landes überstand Ottensheim auch eine ganze Reihe von katastrophalen Elementarereignissen: etliche Brände (1644, 1660, 1751, 1816), deren letzter und größter im Jahr 1899 rund 80% der Gebäude des Ortes in Schutt und Asche legte, und zahlreiche Überschwemmungen, bedingt durch die unmittelbare Lage am Strom. Die Hochwassermarken an der Donaulände geben ein beredtes Zeugnis vom "Jahrtausendhochwasser 1501" sowie den schweren Hochwässern insbesondere Ende des 19. und Mitte des 20. Jahrhunderts (u.a. 1862, 1899 bzw. 1954).
Auf politischer Ebene konnte sich aufgrund der Verfassung des Revolutionsjahres von 1848 und des daraufhin erlassenen Gemeindegesetzes auch in Ottensheim ein Gemeinderat konstituieren, der noch im selben Jahr die erste Bürgermeisterwahl durchführte. In der heutigen Ausdehnung besteht die Gemeinde seit 1893, als durch einen Beschluß des Landes das bis dahin zu Ottensheim gehörige Puchenau ausgegliedert und zur selbständigen Ortsgemeinde erhoben wurde.
Finanzen:Einnahmen und Ausgaben des ordentlichen Haushaltes 2012: EUR 7,487.000,00 €